Altersvorsorgedepot für Polizisten

Altersvorsorgedepot für Polizeibeamte
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Ab 2027 legt dir der Staat beim Sparen fürs Alter Geld drauf. Bis zu 540 Euro im Jahr und zusätzlich 300 Euro pro Kind. Ich zeigte dir wann sich ein Vorsorgedepot lohnt und wann ein normaler ETF die bessere Wahl ist.

Ganz kurz: Was ist das Altersvorsorge-Depot?

Das Altersvorsorgedepotorsorgedepot ist ein Wertpapierdepot mit Steuervorteilen und einer Zulage vom Staat. Du zahlst monatlich ein, das Geld wandert in Fonds oder ETFs, und der Staat gibt jedes Jahr etwas dazu. In der Sparphase fallen keine Steuern auf Kursgewinne an. Versteuert wird erst im Ruhestand und dann meist zu einem niedrigeren Satz. An das Geld kommst du du allerdings auch frühestens mit 65. Ab 2027 ersetzt dieses System die Riester-Rente, neue Riester-Verträge gibt es dann nicht mehr.

Alle Förderstufen, eine ausführliche Beispielrechnung und die rechtlichen Details findest du hier:

Altersvorsorgedepot fuer Polizisten: alle Fakten im Detail

Dein Altersvorsorgedepot-Rechner

Stell deine Werte ein. Alles rechnet sich sofort, ohne Anmeldung.

Fuer die volle Grundzulage zaehlen 150 € im Monat (1.800 € im Jahr).
Je Kind bis zu 300 € Zulage im Jahr, schon ab kleinem Eigenbeitrag.
Breit gestreute Welt-ETFs haben langfristig historisch rund 6 bis 8 Prozent gebracht. Garantie ist das keine.
Im Ruhestand meist niedriger als heute. Auf diesen Satz wird die Auszahlung versteuert.
Der Gesetzgeber erlaubt bis zu 1 Prozent. Je hoeher, desto mehr frisst das Produkt deine Foerderung.
Der Staat gibt dir pro Jahr
390 €
Grundzulage 390 € + Kinderzulage 0 €
Vorsorgedepot mit Foerderung
(netto nach Steuer)
–
Freies ETF-Depot ohne Foerderung
(netto nach Abgeltungssteuer)
–
Deine eigenen Einzahlungen gesamt–
Foerderung vom Staat gesamt–
Depotwert Vorsorgedepot vor Steuer–

Modellrechnung, keine Anlageberatung. Annahmen: Grundzulage 50 Prozent auf Eigenbeitraege bis 360 € im Jahr, 25 Prozent bis 1.800 €, maximal 540 €. Kinderzulage bis 300 € je Kind, voll ab 300 € Eigenbeitrag im Jahr. Vorsorgedepot: steuerfreies Wachstum in der Sparphase, Auszahlung mit deinem persoenlichen Steuersatz. Freies ETF-Depot: angenommene Kosten 0,2 Prozent im Jahr, Abgeltungssteuer 26,375 Prozent mit 30 Prozent Teilfreistellung, hier bei Auszahlung auf den Gewinn gerechnet. Kapitalmaerkte schwanken, echte Renditen weichen ab.

Wann lohnt sich was?

Förderung mitnehmen oder selbst investieren?

Viele Polizisten sparen heute schon mit einem ETF-Sparplan. Ab 2027 kommt jetzt eine zweite Möglichkeit zum Sparen dazu, mit Förderung und Steuervorteilen, dafür aber mit weniger Freiheit. Stell dir dazu zwei Töpfe vor:

Topf 1: Gefördertes Vorsorgedepot

Der Staat zahlt zu, in der Sparphase bleibt alles steuerfrei. Dafür ist das Geld aber bis 65 gebunden. Im Ruhestand zahlst du auf die Auszahlung deinen Steuersatz. Außerdem darfst du nicht in alles investieren was du willst.

Topf 2: Freies ETF-Depot

Keine Zulagen, kein Steuervorteil in der Sparphase. Dafür aber volle Freiheit: Du kommst jederzeit an dein Geld und wählst jeden ETF. Auf Gewinne zahlst du Abgeltungssteuer (rund 26%), bei Aktienfonds mit 30% Teilfreistellung.

Die Kurzformel

Förderung plus steuerfreies Wachstum geben Flexibilität. Über lange Zeiträume gewinnt beim reinen Rechnen fast immer das geförderte Depot, solange die Kosten stimmen. Aber Rechnen ist nicht alles, gerade wenn du das Geld vielleicht früher brauchst.

Wann lohnt sich was?

Ehrlichste Antwort: Für die meisten Polizisten ist es kein Entweder-oder. Ein gefördertes Depot für den geschützten Kern und daneben ein freies Depot für Ziele vor der Rente ist oft die sauberste Lösung.

Die drei Fallen, auf die du achten musst

Ab 2027 wollen dir viele Anbieter ein Vorsorgedepot verkaufen. Nicht jedes ist gut. Diese drei Punkte kosten dich sonst richtig Geld.

Falle 1: Das Depot im Versicherungsmantel

Auch Versicherer dürfen Vorsorgedepots anbieten, oft aber als Fonds in einer fondsgebundenen Rentenversicherung verpackt. Solche Mäntel waren früher häufig deutlich teurer als eine schlichte Depotlösung. Frag immer: echtes Depot oder Versicherung drumherum, und was kostet der Mantel?

Falle 2: Zu hohe Kosten

Der Gesetzgeber erlaubt bis zu 1 Prozent im Jahr. Ueber 30 Jahre kann das bei gleichem Einsatz zehntausende Euro kosten, die beim Anbieter landen statt bei dir. Peile deutlich unter 0,5 Prozent an.

Falle 3: Die Kapitalbindung unterschaetzen

Ans Geld kommst du erst ab 65. Kein Notgroschen, keine spontane Reparatur. Wer alles ins geförderte Depot steckt, steht bei einem Engpass dumm da. Halte immer einen frei verfügbaren Puffer daneben.

Was darf rein, was nicht?

Ein Vorsorgedepot ist kein normales Depot. Erlaubt sind Fonds bis Risikoklasse 5 von 7 sowie bestimmte Staats- und Kommunalanleihen.

  • Erlaubt: breite Welt-ETFs wie MSCI ACWI oder FTSE All-World. Passt gut für die Altersvorsorge.
  • Nicht erlaubt: Einzelaktien, Kryptowährungen, Zertifikate, spekulative Papiere.

Für die Altersvorsorge ist das kein Nachteil. Prüf nur vorher, ob dein Anbieter deinen Wunsch-ETF im Programm hat.

Anbieter wechseln und Geld fuers Eigenheim

Wechseln geht, in den ersten Jahren nicht gratis

In den ersten fünf Jahren darf der abgebende Anbieter bis zu 150 Euro verlangen, der neue ebenfalls bis zu 150 Euro. Nach fünf Jahren soll der Wechsel kostenfrei sein. Ein Grund mehr, gleich beim ersten Mal ein günstiges Produkt zu wählen.

Für die eigene Immobilie nutzbar

Wie beim Wohn-Riester sollst du das Guthaben auch fürs Eigenheim einsetzen können, ohne die Förderung zurückzuzahlen. Aber Achtung: Diese Option ist nicht mehr automatisch in jedem Vertrag drin. Wenn dir das wichtig ist, achte gezielt darauf.

Kais Einschätzung: Lohnt sich das trotz Pension?

Als Polizeibeamter hast du mit deiner Pension eine solide Basis. Trotzdem deckt sie nie hundert Prozent deines letzten Gehalts, und die Beamtenversorgung wird politisch immer wieder diskutiert. Auf 30 Jahre gedacht ist eine zweite, eigene Säule kein Luxus.

Mein ehrliches Fazit: Hast du Kinder, nimm die Förderung mit, das ist fast geschenktes Geld. Ohne Kinder lohnt sich das Vorsorgedepot vor allem bei einem günstigen Produkt und langem Atem. Legst du Wert auf Flexibilität, ist ein freies ETF-Depot völlig in Ordnung. Was ich nie machen würde: aus Angst, etwas zu verpassen, das erstbeste teure Produkt unterschreiben.

FAQ:

Sind Polizisten beim Vorsorgedepot förderberechtigt?

Ja. Beamte, also auch alle Polizistinnen und Polizisten bei Bund und Laendern, sind ausdrücklich förderberechtigt. Das war schon bei Riester so und bleibt beim Vorsorgedepot bestehen.

Bis zu 540 Euro Grundzulage pro Jahr bei 1.800 Euro Eigenbeitrag, dazu bis zu 300 Euro je kindergeldberechtigtem Kind.

Beim Rechnen über lange Zeiträume gewinnt meist das geförderte Depot. Willst du flexibel bleiben und früher ans Geld, ist ein freies ETF-Depot oft besser, weil das Vorsorgedepot bis 65 gebunden ist.

Der läuft weiter, nichts wird automatisch gekündigt. Ab 2027 gibt es nur keine neuen Riester-Verträge mehr. Ein Wechsel ist freiwillig und sollte vorher durchgerechnet werden.

Nein. Zertifizierte Produkte gibt es erst zum Start am 1. Januar 2027. Jetzt ist die Zeit zum Vergleichen, nicht zum Unterschreiben.

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